Hall of Fame of the Digital Age Nr. 75 - John Presper Eckert

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Aller Ehren wert

Das Gespann der Amerikaner John Mauchly (1907-1980) und John Presper Eckert (1919-1995) entwickelte von 1942 an im Auftrag der US-Army den „Eniac“-Rechner. „Eniac“ steht für „Electronic Numerical Integrator and Computer“. Der Eniac war der erste rein elektronische Universalrechner. Er arbeitete anders als Konrad Zuses Z3-Maschine nicht mehr mit elektrischen Schaltern (Relais), sondern bereits mit Elektronenröhren. Allerdings war der Eniac noch dem Zehnersystem verhaftet, während die Z3 schon im Zweiersystem (binär) rechnete.

Zur Person

Mauchly reparierte schon als 13-Jähriger defekte elektrische Geräte in der Nachbarschaft, während Eckert zu den mathematisch Hochbegabten zählte. Der Physiker Mauchly und der Elektroingenieur Eckert lernten sich 1941 an der Universität Pennsylvania kennen. 1943 wurden sie von der Armee offiziell mit dem Bau des Eniac beauftragt. Das Geheimprojekt hatte zum Ziel, mithilfe des Computers Schusstafeln für neue Kanonen zu berechnen, hinzu kamen Kalkulationen für die Wasserstoffbombe. 1955 wurde der Rechner außer Betrieb genommen. Anders als andere Ur-Computer haben seine Bestandteile in Museen überlebt.

Der Eniac war ein Unikum und ein echtes Monstrum. Dieser Dino-Computer wog 27 Tonnen, beanspruchte eine Fläche von zehn mal 17 Metern, besaß mehr als 17 000 Elektronenröhren und hatte einen Stromverbrauch von 174 Kilowatt. Er war in einzelne, schrankförmige Einheiten (Module) unterteilt, zwischen denen die Kommunikation mit Steckverbindungen hergestellt wurde. Lochstreifen oder andere Speicher gab es noch nicht, die Befehlseingabe erfolgte mit der Verkabelung. Eniac beherrschte die vier Grundrechenarten und das Quadratwurzelziehen, dabei war er 1000-mal schneller als herkömmliche Verfahren. Brannte eine der Röhren durch - und das war oft der Fall -, verrechnete sich Eniac.

Gut zu wissen

Bereits 1995 wurde ein sieben mal fünf Millimeter großer Mikrochip hergestellt, der das Gleiche konnte wie der Eniac, aber um ein Vielfaches schneller war. Heutige Mikrochips übertreffen diese Leistung noch einmal um Größenordnungen. Der Koloss Eniac würde in einen Mikrochip-Krümel hineinpassen.

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