Hall of Fame of the Digital Age Nr. 14 — Claude Shannon

14_shannon

Aller Ehren wert

Alle Welt redet vom Informationszeitalter. Aber was ist „Information“? Der amerikanische Mathematiker und Ingenieur Claude Shannon (1916 – 2001) veröffentlichte 1948 einen Aufsatz, in dem er den Begriff Information mathematisch definierte. Shannon wurde so zu „dem“ Theoretiker des digitalen Denkens.

Zur Person

Shannon legte fest, dass der Gehalt einer Information umso größer ist, umso mehr „Unsicherheit“ sie vernichtet. Anders gesagt: Je überraschender eine Neuigkeit, desto informationsträchtiger ist sie. Als universale Einheit der Information erfand Shannon das „Bit“ (abgekürzt für „binary digit“), gewissermaßen das Atom der Informationstheorie. Ein Bit kann zwei Zustände annehmen, „null“ oder „eins“. Jedes Bit verringert die Ungewissheit um die Hälfte. Aus zwei Möglichkeiten (null oder eins) wird eine Gewissheit (zum Beispiel null). So beträgt der Informationsgehalt eines Münzwurfs ein Bit – aus den zwei Möglichkeiten Kopf oder Zahl wird eine von beiden ausgewählt. 

Shannon forschte zu jener Zeit in den legendären „Bell Labs“ der amerikanischen Telefongesellschaft AT & T. Schon seine mit 22 Jahren fertiggestellte Abschlussarbeit am Massachusetts Institute of Technology (MIT) war revolutionär. In ihr zeigte er, dass sich das Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte Rechensystem des Mathematikers George Boole in elektronischen Schaltkreisen anwenden lässt, die mit binären Schaltern (null/eins, An/Aus, wahr/falsch) arbeiten. Damit legte er das Fundament für elektronische Digitalcomputer. 

In den Bell Labs und später am MIT liebte Shannon – ganz exzentrisches Genie – es, mit einem Einrad über die Flure zu fahren und dabei zu jonglieren. Gegen Ende seines Lebens erkrankte er an Alzheimer, makabrerweise ein Leiden, das durch die Vernichtung von Information (im Gehirn) gekennzeichnet ist.

Gut zu wissen

Claude Shannon baute einen Kasten, der außen einen „An“-Kippschalter hatte. Legte man ihn um, öffnete sich der Kasten, eine mechanische Hand kam zum Vorschein, kippte den Schalter wieder auf die „Aus“-Position und verschwand danach erneut in der Maschine. Deren einziger Zweck bestand demnach darin, sich auszuschalten.

Videos of

     

     

    Zurück zu Nr. 13 John Tukey und James Cooley | Vor zu Nr. 15 Carl Adam Petri